MEIN ERSTER SCHULTAG

Wer bin ich?

Hallo, ich heiße Jemery Kamau. Ich lebe zusammen mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder im Slum Soweto. Seit mein Vater unsere Familie verlassen hat, hat meine Mutter viel Mühe, für uns zu sorgen. Sie kann uns kaum ernähren, aber es gibt kein Geld für die Schulbildung. Wir haben UNDER Lea um Hilfe gebeten und wissen was.

Ich gehe jetzt zur Schule und mit dieser Geschichte möchte ich dir von meinem ersten Tag erzählen!

Der Tag der Tage

Ich habe eine wundervolle Patin in Deutschland gefunden, die es mir ermöglicht heute endlich in die Schule gehen zu dürfen. Vor ein paar Wochen kam Bonface, von UNDER Lea’s TRUST, zu uns und hat uns die super Nachricht überbracht. Ich bin so aufgeregt!

ICH BIN SO AUFGEREGT!

Die letzte Nacht konnte ich vor Aufregung nicht schlafen und auch meine Mama ist super aufgeregt (sie hat mir statt meines Schulbuches ihren Lieblingsroman in meine Schultasche gepackt). Es ist 7:30 Uhr und es ist noch ein wenig dunkel draußen, als wir uns gemeinsam auf den Weg zur Organisation machen, wo wir mit Bonface und Lea verabredet sind. Dort angekommen darf ich das erste mal meine Schuluniform anziehen und Mama kontrolliert noch einmal ob wir auch alles eingepackt haben.

Kurze Zeit später sind wir auch schon auf dem Weg zur Schule, die nur wenige hundert Meter von meinem Zuhause entfernt liegt. Ich nehme, zusammen mit meiner Mama und meinem kleinen Bruder (noch ein Baby), vor dem Schulbüro platz, währenddessen Bonface und Lea hinein gehen und meine Anmeldung vorbereiten. Wir haben ebenfalls einen Termin bei der Schuldirektorin, da nur sie entscheidet, in welche Klasse ich komme. Da ich sieben Jahre alt bin, aber noch nie die Schule besucht habe, möchte sie mich ein bisschen testen (so wie ich das verstanden habe). Ich muss zugeben, davor habe ich ein wenig Bammel. Währenddessen wir auf die Schuldirektorin warten strömen die Schulkinder in Scharen an uns vorbei in den Hof der Schule. Einige von ihnen kenne ich und ich winke ihnen freudig zu. John, mein bester Freund (Klasse 2) setzt sich ein paar Minuten zu mir, bevor die Schulglocke läutet und alle Kinder in die Klassenräume flitzen. Lea kommt aus dem Büro. Wir haben wohl noch ein wenig Zeit, bis wir zur Direktorin können, also machen wir draußen noch ein paar Bilder für meine Patin. Ich grinse breit in die Kamera und zeige stolz meine neue Schuluniform.

AUFGEREGT & AUCH EIN WENIG EINGESCHÜCHTERT

Grade als wir wieder rein gehen, geht die Tür zum Schulbüro auf und wir dürfen ins Büro der Schuldirektorin. Ich habe einiges von ihr gehört, besonders nett soll sie ja nicht sein. Etwas versteckt hinter Mama treten wir ein und sie deutet auf vier Stühle direkt vor ihrem Schreibtisch. Dieser liegt voll mit Unterlagen und Dokumenten, diese Frau muss eine Menge zu tun haben! Zunächst versucht sie mit mir auf Englisch zu reden. Gut dass ich davon schon ein wenig verstehe und ich weiß, dass sie möchte, dass ich meinen Namen auf ein Blatt Papier schreibe. HAH! Nichts leichter als das! Oh backe.. jetzt kommt Mathe. 7 + 8 … hmm ich habe schon ein wenig Mathe in der Organisation gelernt und kritzle meine Antwort (15) hinter ihre Rechnung. Sie sieht zufrieden aus und schreibt eine zweite Gleichung auf das Papier. 4 x 6 … mist. Ich habe in der Organisation eine super Eselsbrücke für solche Rechnungen gelernt aber ich bin so aufgeregt und kann mich nicht erinnern! Wie war das nochmal? Ich rutsche von einer Seite des Stuhls auf den anderen und blicke verlegen auf den Boden. Die Direktorin schaut mich an und schreibt die Antwort „24“ hinter die Gleichung. Jaaaa das sieht aus, als könnte das korrekt sein. Meine Mutter nimmt meine Hand und möchte der Direktorin grade erklären, dass ich nur aufgeregt sei, als diese ihre Hand hebt und ihr somit bedeutet zu schweigen. Na super, jetzt schauen Mama und ich gemeinsam auf den Boden. Die Direktorin nuschelt etwas in sich hinein und scheint ein paar Minuten zu überlegen. Dann ruft sie ihren Assistenten ins Büro und gibt ihm eine Anweisung auf Englisch, die ich nicht recht verstehe. Der Assistent verschwindet wieder und die Direktorin schaut nun lächelnd zu mir.

Sie hat entschieden mich in die 1. Klasse zu stecken, da sie denkt, dass ich dort mit meinem Wissensstand am besten aufgehoben bin. Sie ermahnt mich fleißig zu lernen, immer pünktlich zur Schule zu kommen und meine Hausaufgaben gewissenhaft zu erledigen. Kein Problem! Ich warte schon ewig all das tun zu können! Es klopft und als die Direktorin „Herein“ ruft, kommt eine schmale, mittelalte Frau mit Brille durch die Tür herein. Die Direktorin stellt sie mir als meine neue Klassenlehrerin vor. Sie sieht nett aus!

AUF DEM WEG IN MEINE KLASSE

Wir verabschieden uns und gehen zu fünft, (Mama, Bonface, Lea, meine Klassenlehrerin und ich) zu einem Klassenzimmer im hinteren Bereich des Schulgeländes. Meine Lehrerin hat anscheinend ihrer Klasse eine kurze Pause erlaubt, denn aus dem Klassenzimmer kommen laute Rufe und das Lachen von anderen Kindern. Ich verabschiede mich schnell von meinem kleinen Bruder und als wir in die Klasse eintreten wird es plötzlich ganz still.

Binnen Sekunden huschen alle schnell auf ihre Plätze und schauen nach vorne. Ich erblicke ein paar bekannte Gesichter und meine Lehrerin stellt mich der Klasse vor. Ich winke schnell meiner Mama zu und setze mich an einen Rundtisch in der hinteren Ecke, neben Naomi, eine gute Freundin von mir. Puhhhhhhh!!! Bin ich vielleicht aufgeregt. Ich mache noch einige Fotos für meine Patin und dann geht es auch schon los. Mama wirft mir eine Kusshand zu und sie, Bonface und Lea verschwinden aus dem Klassenzimmer.

Der Unterricht beginnt und ich könnte nicht glücklicher sein!

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